Der Grippe-Virus ist wieder im Anmarsch - was tun?
20.10.2010
Die Grippe oder auch Influenza ist eine Virusinfektion, an der vor allem in der kälteren Jahreszeit viele Menschen erkranken. Aber wie wird sie behandelt und kann man einer Ansteckung vorbeugen?
Bei einer Influenza handelt es sich um eine sogenannte "echte" Grippe, die sich von einem grippalen Infekt (Erkältung), der meist harmlos verläuft, durch einen unterschiedlichen Verlauf und einen höheren Schweregrad der Erkrankung unterscheidet. Kennzeichnend für eine Influenza ist, dass sie plötzlich und mit sehr starken Symptomen einsetzt. Diese können z.B. Husten, hohes Fieber und allgemeines Unwohlsein, aber auch Schüttelfrost, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit und Appetitlosigkeit sein. Übertragen wird die Grippe zumeist durch Tröpfchen- oder Kontaktinfektion (Niesen, Husten oder Sprechen bzw. Berührung). Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Grippe, beträgt etwa ein bis fünf Tage. Schon in dieser Zeit kann der Infizierte Andere anstecken. Auslöser einer Grippe-Infektion sind Grippeviren, die in drei Klassen eingeteilt werden: Typ A, B und C. Besonders gefährlich ist Typ A, da er sich ständig genetisch verändert und daher regelmäßig Grippe-Epidemien und -Pandemien auslöst. Von Typ B sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen. Der Verlauf der Krankheit ist hier aber eher mild. Typ C ist als bedeutungslos einzustufen.
Der Verlauf einer Influenza kann sehr unterschiedlich sein. Eine mild verlaufende Grippe kann in ein bis zwei Wochen überstanden sein. Durch die Schwächung des Erkrankten und die Schädigungen der Schleimhäute kann es jedoch zu bakteriellen Zweitinfektionen kommen, die zu Komplikationen bis hin zum Tod des Patienten führen können. Deshalb sollte man eine Grippeerkrankung immer ernst nehmen und rechtzeitig therapieren lassen. Hat der Arzt anhand der Symptome und eventueller zusätzlicher Tests die Diagnose Influenza gestellt, sollte so schnell wie möglich mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden, da dadurch nicht nur Komplikationen vermieden werden können, sondern auch ein schnellerer und milderer Krankheitsverlauf erreicht werden kann. Dafür stehen Virostatika, also gegen Viren wirksame Stoffe wie die Neuraminidasehemmer, zur Verfügung. Antibiotika sind gegen die Grippe-Viren wirkungslos, werden aber zur Behandlung einer bakteriellen Zweitinfektion wie einer Lungenentzündung oder einer Meningitis (Hirnhautentzündung) eingesetzt. Zur Linderung der typischen Symptome einer Grippe können unter anderem fiebersenkende Mittel und Schmerzmittel verabreicht werden. Der Patient selbst kann durch Schonung, Bettruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Hausmittel wie z.B. Wadenwickel und Inhalieren zur Genesung beitragen. Auf Alkohol, Nikotin und Kaffee sollte man während der Erkrankung verzichten. Als vorbeugende Maßnahme gegen Influenza kann eine Impfung sinnvoll sein. Da sich die Grippeviren aber ständig verändern, ist eine jährliche Auffrischungsimpfung nötig. Man kann die jährlich stattfindenden Grippeschutzimpfungsaktionen nutzen. Die Impfung wird von den Krankenkassen übernommen. Besonders empfohlen wird sie für Menschen ab 60 Jahre, für Kinder und Jugendliche, Pflegepersonal und Menschen mit einer Vorerkrankung, die ein höheres Risiko haben, an Grippe zu erkranken.
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