Durchfallerkrankungen: Was kann dahinterstecken?

13.07.2010

Jeder Mensch hatte schon einmal Durchfall. Selbstverständlich kann dies zustandekommen, weil der Magen manchmal "überreagiert". Mikrobielle Verunreinigungen in Lebensmitteln sind jedoch häufiger.

Sie kommen - gerade in den Sommermonaten - häufiger vor: Durchfälle, die mit zahlreichen Toilettenbesuchen, allgemeinem Unwohlsein, hohem Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust und sogar Erbrechen einhergehen können. Sicherlich hat der ein eoder andere einen empfindlichen Magen, der beispielsweise fettreiche Speisen nicht so gut verdauen kann. Dennoch wird oft verkannt, dass ebenso auch Lebensmittelverunreinigungen die Schuld an einer Durchfallerkrankung tragen können.

Die meisten Menschen gehen bei Durchfall nicht sofort zum Arzt. Sobald der Eindruck besteht, dass es sich mit Cola und Salzstangen bessern würde, wird die Erkrankungen als "einmalig aufgetreten" abgetan. Selbst ein Arztbesuch bringt nicht immer völlige Klärung. Viele Ärzte nehmen keinerlei Stuhlproben, um zu bestimmen, was genau die Ursache der Erkrankung ist, sondern verschreiben lediglich symptommildernde Medikamente.

Interessant ist, dass Mikroorganismen wie Enterobacterien, Vibrionaceae oder toxinbildende Pilze mit überaus ähnlichem Erscheinungsbild einhergehen und ohne Stuhlprobe nicht voneinander unterschieden werden können. Doch sie können unterschiedlich schwer verlaufen. Selbst innerhalb der verschiedenen Bakterienfamilien gibt es mehr oder weniger krankmachende Bakterien. Salmonellen beispielsweise sind als wesentlich gefährlicher einzustufen als die Escherichia coli Stämme, die natürlicher Besiedler des menschlichen Darms sind. Dennoch gehören beide zur Familie der Enterobacteriaceae. Von Salmonellen wissen viele um ihre schädigende Wirkung. Doch auch Escherichia coli kann ernsthafte Erkrankungen hervorrufen, die über die reine Durchfallerkrankung hinausgehen. Außerdem ist dieser Bakterienstamm ein Indikator für Fäkalverunreinigungen auf Lebensmitteln, die entstehen können, wenn eine unzureichende Toilettenhygiene vorherrscht.

Eine große Anzahl der Bakterien, die bei schlechter Erzeuger- oder Produktionshygiene zu Lebensmittelverunreinigungen führen können, sind in der Natur häufig anzutreffen. Beispielsweise finden sich Campylobacter-Stämme, die neben Enterobakterien und Vibrionaceae zu den häufigsten Durchfallerregern zählen, auch bei Haus-, Schlacht- und Wildtieren.

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